1. Was waren deine Beweggründe Wein zu machen?
Alexander Egermann: Ich wollte immer schon Winzer werden. Schon als kleines Kind. Das hat mich nicht mehr losgelassen. Es ist ein wunderschönes Gefühl in und mit der Natur zu arbeiten und daraus Weine nach meinen eigenen Visionen entstehen zu lassen.
2. Wenn du an deine Weine denkst, worin liegt ihre Besonderheit? Was unterscheidet sie von anderen Weinen dieser Region?
A. E.: Meine Weine bilden eine gute Mischung zwischen Kraft, Finesse, Power, Eleganz und Trinkfreudigkeit.
3. Wie viel Schwung hat dir die Auszeichnung zum Nachwuchswinzers gebracht? Was hat sich seitdem verändert?
A. E.: Das Feedback und die Reaktionen waren enorm. Damit hatte ich nicht im Geringsten gerechnet. Seit diesen beiden Erfolgen 2021 und 2022 bin ich besser etabliert und werde oft darauf angesprochen. Eine sehr schöne Bestätigung, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist.
4. Was ist für dich die „Rebsorte des Seewinkels“?
A. E.: Der Zweigelt. Aber auch die internationalen Sorten wie Cabernet Sauvignon und Merlot gedeihen hier prächtig. Ebenso Chardonnay und Weißburgunder liefern großartige Weine. Und nicht zuletzt natürlich unsere großen Süßweine. Der Seewinkel bietet beste Voraussetzungen für ein breites Spektrum an Top-Weinen.
5. Wie relevant sind Trends für deine Arbeit? Dürfen sie einfließen oder haben Trends in deiner persönlichen Art Wein zu machen keinen Platz?
A. E.: Trends beeinflussen mich weniger. Ich erkenne sie zwar, verfolge sie aber kaum. Vielmehr bleibe ich meiner Idee und Stilistik treu und versuche diese zu perfektionieren.
6. Wo siehst du dein Weingut in 10 Jahren?
A. E.: Gut etabliert am Markt.
7. Möchtest du dein Weingut noch vergrößern?
A. E.: Unsere Produktionskapazität ist noch nicht zur Gänze ausgeschöpft. Von da her ist ein Wachstum möglich. Aber nicht unendlich. Unsere 20ha Rebfläche sollen etwa die Grenze bilden.
8. Als Winzer steht man nicht mehr nur im Weingarten, man hat auch andere Aufgaben zu erledigen. Welchen Stellenwert haben Messen, Verkostungen und Wein-Dinners, bei denen du deine Weine vor Publikum vorstellen kannst, für dich?
A. E.: Einen sehr großen. Ich bin gerne viel unterwegs. Für mich ist es wichtig präsent zu sein, um den persönlichen Kontakt zu den Kunden zu schließen oder zu pflegen. Neben der Notwendigkeit dieser Präsenz, ist es auch eine tolle Abwechslung zum Alltag.
9. Vom Konsumenten, der Konsumentin wird in puncto Weinwissen viel abverlangt. Was sind aus deiner Sicht, die wichtigsten Dinge, die man über Wein wissen sollte, und was ist absolut zu vernachlässigen?
A. E.: Aus meiner Sicht ist es am wichtigsten zu seinem Produkt zu stehen. Alles weitere ergibt sich von selbst. Man darf die Weine nicht zu technisch oder zu chemisch sehen. Es ist der Boden, das Klima, die Region, der Jahrgang und die Handschrift des Winzers, die den Wein erzählen lassen.
10. Welche Weine trinkst du abseits deiner eigenen gerne?
A. E.: Unterschiedlich. Ich bin offen für vieles. Sehr gerne aber österreichisch. Andi Kollwentz und Albert Gesellmann sind meine Favoriten.